Schwaz, Friedhof St. Martin, Gedenktafel

1914/15 wurden im Bereich der heutigen Gilmstraße Baracken für ein Notreservespital und am Exerzierplatz bei der Kaserne (heutiges Paulinum) ein Reservespital, des Garnisonsspitals Czaschlau, errichtet.

Die Bronzetafel zum „Gedenken an die in Schwaz verstorbenen Sol-daten des 1. Weltkrieges 1914-1918“ wurde vom Schwarzen Kreuz vor vielen Jahrzehnten angefertigt und in Friedhof St. Martin an der nördlichen Friedhofsmauer nahe des Einganges angebracht.
Im Laufe der Zeit wurde diese von den in unmittelbarer Nähe ste-henden Ziersträuchern fast vollständig verdeckt. Dies missfiel Herrn Alois Gründler, Major und Regimentskommandant i. Tr. der Kaiser-jäger Schwaz, schon lange, deshalb ergriff er die Initiative und nach einigen Gesprächen mit Bürgermeister Dr. Hans Lintner und Bauhofleiter Gerhard Steidl wurde diese Gedenktafel im Herbst 2010 dann in sehr repräsentativer Weise vor den großen Holzkreuz am Friedhof angebracht.

Bei diesen 146 Namen handelt es sich um Soldaten aus der gesamten Monarchie, wie Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Krain, Kroatien, Bosnien, Slawonien, Österreich, Ungarn, Trient, Südtirol, Tirol, Wien, Steiermark, Oberösterreich, Kärnten, sowie Kriegsgefangene aus Rußland und Internierte aus Polen und Flüchtlingen aus dem ehemaligen Südtirol (heute Provinz Trient), die im Laufe des 1. Weltkrieges im Reservespital, Notreservespital und im Krankenhaus Schwaz an Krankheiten und Verletzungen verstarben.

Beigesetzt wurden die Verstorbenen am Friedhof Schwaz, heute Stadtpark, mit allen militärischen Ehren, wie die Innsbrucker Nachrichten vom 19.12.1914 (siehe rechts) über das Soldatenbegräbnis des 24jährigen Honvedinfanteristen Josef Horvath, berichten. Dieser stammt aus Antalfaly, Comitat Somogy, Ungarn.

Ebenso sind mehrere Verstorbene aus den verschiedensten Gemeinden Tirols zu finden.

Bei der Recherche im Totenbuch der Stadt Schwaz 1914-1920 wurde ebenfalls festgestellt, dass so mancher Name nicht richtig wiedergegeben wurde.
In der vorliegenden Liste werden neben dem Sterbedatum, Dienstgrad, militärische Einheit, auch das Alter, der Jüngste war 18 der Älteste 88, der Stand und Beruf angegeben. Einer war mosaisch (israelitisch) und einer muslimisch.

Das Totenbuch gab weitere Namen von Flüchtlingen, Zivilarbeitern, Kriegsgefangenen und Soldaten bekannt, die zwar in Schwaz verstorben sind, von denen jedoch ein Teil in der Heimatgemeinde begraben wurde. Der Rest in Schwaz. Ein Verstorbener wurde sogar in das anatomische Institut nach Innsbruck überführt.

Mit dieser militärhistorischen Aufarbeitung sollen die angeführten Verstorbenen aus dem Dunkel der Geschichte entrissen und ihre Namen nicht vergessen werden. Den hinter jeden dieser Namen steht ein Schicksal, von denen wahrscheinlich so manches auch nach etwa 100 Jahren noch nicht restlos geklärt ist.

Auf der Tafel befindet sich außerdem ein Namen, der im Totenbuch der Pfarre Schwaz nicht gefunden werden werden konnte.

Jedoch konnten andere Verstorbene gefunden werden, die nicht auf der Tafel genannt werden.

Schwaz im Jahre 2015

Der Herausgeber

Fotos: Archiv Herausgeber