Familienwappen

Die Forschung nach Familienwappen erfolgt in den historischen Aufzeichnungen, den relevanten Archiven und sonstigen bekannten Quellen.

Gleicher Familienname heißt noch lange nicht, dass das Wappen zur Familie gehört. Und: Nicht zu jedem Familiennamen gibt es ein Wappen.

Eine seriöse Wappenforschung besteht darin, wenn die männliche Linie bis hin zum Beliehenen eindeutig mit historischen Dokumenten belegt werden kann.

Was ist ein Wappen?

Ein Wappen ist ein farbiges Abzeichen, dass eine oder mehrer Personen erblich oder blei-bend verliehen wurde. Die Wappen entstanden um 1120/50 aus Feldzeichen und aus der Be-malung, Beschlagung oder Bespannung von Kampfschilden. Eine Kennzeichung des Ritters mittels Schildzeichen war mit dem Aufkommen des geschlossenen Helms notwendig gewor-den, da dieses das Gesicht Trägers verdeckte.

Ab dem 13. Jahrhundert gewinnen Wappen als Besitz- und Hoheitszeichen an Bedeu-tung und sie dienen der Repräsentation der eigenen Person sowie der Erinnerung an sie über den Tod hinaus.
Das Wappen wird zur wichtigsten Aus-drucksform ritterlich-höfischer Kultur und zum Merkmal des gesellschaftlichen Ran-ges seines Trägers.


Die Grundelemente eines Wappens

Die wesentlichen Bestandteile eines Wappens sind ursprünglich der Schutzbewaffnung des Kriegers, dem Helm und dem Schild, entnom-men. Hinzu kommen die Helmdecken und die Helmzier (Kleinod). ausgebildet.
Zu den Grundelementen von jedem Wappen gehören die sogenannten Tinkturen, das sind vier die Farben Rot, Blau, Grün, Schwarz

und die zwei Metalle Gold und Silber.
Bei den Schildzeichen unerscheidet man zwei große Gruppen, das sind die Herolds-bilder und die gemeinen Figuren. Die Wap-penkunde hat im Laufe ihrer Entwicklung eine eigene Kunstsprache und Regeln für die fachgerechte Darstellung und Beschrei-bung von Wappen gebildet.

Wappenführung

Das Wappenrecht kannte kaum ständische Be-schränkungen. "Wappenfähig" war die gesamte kulturell und sozial führende und rechtsfähige

Bevölkerung. In Tirol zahlten dazu späte-stens seit der frühen Neuzeit auch Vertreter oberbäuerlicher Schichten.

Wappenbriefe und Standeserhebungen

Ab dem 14. Jhdt. bildeten sich rechtliche Re-geln zur Erteilung, Führung und Vererbung der Wappen heraus. Die konkrete Umsetzung der Regeln fand in Wappenverleihungen bzw. Be-stätigung bereits geführter Wappen in Urkun-

denform statt. Eng verwandt mit den Wap-penbriefen sind die Standeserhöhungsdiplo-me, denn mit der Erhebung in den Adels-stand war als Privileg das Führen eines adeligen Wappens verbunden.

Die Austeller der Wappenbriefe

In Tirol gab es eine Vielzahl von Austellern die Wappenbriefe verleihen konnten. Unter ande-rem die römisch-deutschen Kaiser, ihre Stell-vertreter in Gnadensachen, die Hopfpalzgrafen,

weiters die österreichischen Erzherzoge der Tiroler Nebenlinie und die Bischöfe von Trient, Brixen und Chur.

Die Empfänger von Wappenbriefen

Der Empfängerkreis war seit der frühen Neu-zeit sozial und ständisch breit gefächert. Die Erlangung eines Wappens erfolgte vielfach über Verdienste im landesherrlichen Verwal-tungs- und Hofdienst, sowie militärischen Dienstes. Nicht selten erhielten nicht wap-penführende Personen mit ihrer Amtsbe-

stellung zum Richter, Gerichtsschreiber, Pfleger oder Probst zugleich ein zu ihrer Amtsführung unentbehrliche Wappensiegel.
Nach 1806 kommen Wappenverleihungen in Urkundenform für Bürgerliche weitgehend außer Gebrauch.

Weitere interessante Informationen zu Wappen entnehmen Sie bitte den "Tiroler Familiewappen".